Landkreisübergreifende Übung der Medizinischen Task Force 3 Lüneburg Einheiten fügen sich zusammen

Gesellschaft Von Extern | am Fr., 08.11.2019 - 16:19

UELZEN. Schon in den frühen Morgenstunden starteten über 100 Einsatzkräfte aus den Landkreisen Uelzen, Celle, Lüneburg, Stade, Rothenburg, Winsen/Luhe und Lüchow-Dannenberg zur jährlichen Übung der Medizinischen Task Force 3 (MTF) Lüneburg.

Erste Aufgabe des Tages war das Sammeln der verschiedenen Teileinheiten. Für die Teileinheit „Transport“ war dies Lüneburg. Dort wurde sie durch den DRK-Kreisbereitschaftsleiter Lüneburg im Umgang mit dem Vier-Trage-Krankentransportwagen geschult, bevor es in Kolonne, unter Führung des Gruppenführers DRK-Harburg Land, weiter nach Neu Wulmstorf ging.

Für die Teileinheiten „Behandlungsbereitschaft“ und „Logistik“ ging es zum gleichen Zeitpunkt zum Messegelände Tarmstedt. Dort gab es für den Verbandführer der Behandlungsbereitschaft, gestellt vom ASB Lüneburg, den Auftrag: „Erkunden des Geländes sowie Aufbau eines Behandlungsplatzes“. Als fiktives Einsatzszenario wurde eine Explosion in einer Schule angenommen, bei der es zu ca. 300 Verletzten Personen kam. Nach einer Lagebesprechung mit den Führungskräften konnte der Behandlungsplatz ohne größere Probleme mit den vorhandenen Mitteln aufgebaut werden.

Nachdem trotz sehr stürmischer Wetterverhältnisse das Übungsziel einen Behandlungsplatz aufzubauen, erfolgreich abgeschlossen werden konnte, galt es nun für die Uelzener Abteilungsführerin eine Kolonne aufzustellen, die über 70 Kilometer Landes- und Bundesstraßen sowie teilweise auf der Autobahn 1, mit dem Ziel DRK-Bereitschaft Neu Wulmstorf verlegt werden sollte. Hauptaugenmerk lag bei diesem Teil der Übung bei der Kommunikation innerhalb des Verbandes. Wobei sich auch schon das Zusammenstellen der Kolonne als Herausforderung entpuppte.  

In der Zwischenzeit wurde bei der Feuerwehr in Neu Wulmstorf die Teileinheit „Dekon P“ tätig. Sie richtete einen Dekontaminations-Platz für Personal ein. So konnten sich alle Helfer der MTF 3 Lüneburg einen Einblick in die Möglichkeiten der „Dekon-P“ Einheit verschaffen.

Nach einer leckeren Verpflegung durch den DRK-Kreisverband Harburg, fand eine kurze Nachbesprechung sowie einige Grußworte der Übungsverantwortlichen statt. Wolfgang Kasperek, Dezernent für Brand- und Katastrophenschutz der Polizeidirektion Lüneburg fand lobende Worte für diese Übung. Andreas Schulze vom DRK-Kreisverband Uelzen, Abteilungsführer und Gesamtübungsleiter, äußerte sich ebenfalls positiv und lobte insbesondere die gute Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen ASB und DRK sowie der Feuerwehr.

Hintergrund:
Die MTF ist eine bundesweit im Aufbau befindliche arztbesetzte sanitätsdienstlich taktische Einsatzabteilung mit Spezialfähigkeiten im Zivilschutz und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe des Bundesministeriums des Innern. Die Konzeptentwicklung und Bereitstellung der Ausstattung werden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn geleistet.
Die MTF ist nicht für den Einsatz vor Ort konzipiert, sondern um überörtliche Hilfeleistungen im Zivilschutzfall und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) zu stellen. Dies insbesondere in der Schutz- und Versorgungsstufe 3 und 4, in dynamischen Flächenlagen bei zu erwartender zerstörter Infrastruktur. Der Grundschutz in Form des Regelrettungsdienstes und des Katastrophenschutzes ist in solch einer Situation überlastet und die Ressourcen ausgeschöpft.
Die Aufgaben der MTF im Zivilschutzfall und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe beinhalten:

  • Dekontamination Verletzter
  • Aufbau und Betrieb einer Verletztendekontaminationsstelle
  • Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes
  • weiträumiger Patiententransport

Zur Bewältigung von komplexen katastrophenmedizinischen Schadenslagen ist die MTF in fünf Teileinheiten untergliedert, die einen modularen Aufbau erlauben:

  • Führung
  • Dekontamination Verletzter
  • Behandlung
  • Patiententransport
  • Logistik