Tierschutz im Osternest

Wissenschaft Von Redaktion | am Mo., 15.04.2019 - 17:44

BONN. Während das Osterfest eng mit gelben, flauschigen Küken verknüpft ist, sieht das tatsächliche Leben dieser Tiere fernab der schönen Symbolik meist ganz anders aus – darauf macht der Deutsche Tierschutzbund aufmerksam. "Legehennen leiden teils noch immer in engen Käfigen, männliche Küken werden getötet, weil sie wirtschaftlich 'wertlos' sind", so der Deutsche Tierschutzbund. Er gibt daher Tipps für alle, die Ostern tierfreundlich gestalten möchten und verweist auf die wachsende Auswahl pflanzlicher Alternativen zum Ei.

„Wer Ostern als „Fest des Lebens“ tierfreundlich feiern will, sollte auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen“, sagt Verena Jungbluth, Leitung Veganismus beim Deutschen Tierschutzbund. „Diese sind mittlerweile nicht nur in den zahlreichen Bio-Läden, sondern auch im Supermarkt um die Ecke zu finden.“ Wer auf Eier dennoch nicht verzichten möchte, solle solche mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes oder aus Bio-Haltung kaufen. Vorsicht sei bei bereits gefärbten oder verarbeiteten Eiern geboten, denn dort bestehe keine Kennzeichnungspflicht. Für den Verbraucher ist also nicht ersichtlich, aus welcher Tierhaltung die Eier stammen.

"Während die Menschen zu Ostern Eier färben, Rührei zum Frühstück und Hefezopf zum Kaffee essen, schlüpfen die Küken in Brutschränken und wachsen ohne ihre Mutter auf. Männliche Küken der Legehennen-Rasse werden noch immer am ersten Lebenstag getötet, weil sie keine Eier legen und kaum Fleisch ansetzen. Legehennen leben teils noch in Kleingruppenkäfighaltung. Knapp sieben Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen aus dieser Haltungsform, hinzu kommen importierte Käfigeier aus dem Ausland. Die Tiere haben dort nur etwas mehr Platz als eine DIN-A4-Seite. In der drangvollen Enge können sich die Hennen kaum bewegen. Die auf Hochleistung gezüchteten Tiere sind zudem nach etwa anderthalb Jahren Eier legen so ausgelaugt, dass sie geschlachtet werden und nur noch als Suppenhühner verkauft oder zu Tierfutter verarbeitet werden können. Damit bleiben sie weit hinter der natürlichen Lebenserwartung von circa zehn Jahren zurück", so der Deutsche Tierschutzbund.

Beim österlichen Backen lasse sich Ei einfach durch Banane, Apfelmus oder Sojamehl ersetzen. Und selbst ein herzhafter Ei-Geschmack könne mit etwas Kala Namak, einem schwefelhaltigen Salz, tierfreundlich genossen werden – zum Beispiel in Form eines Rühr-Tofu. Im Osternest finden dunkle Schokolade, Marzipan, Nougat, aber auch zahlreiche Schokoladensorten auf Basis von Pflanzendrink Platz. Inspiration für die Kaffeetafel oder das Ostermenü findet man in unzähligen Rezepten im Internet und in Kochbüchern, wie „Tierschutz genießen“ – dem veganen Kochbuch des Deutschen Tierschutzbundes.