"Tierisch gut" - Staatssekretär prämiert Bad Bevenser

Wirtschaft Von Redaktion | am Mi., 06.11.2019 - 19:59

ACHIM / BAD BEVENSEN. Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitales im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, hat gestern in Achim die sechs PreisträgerInnen des landesweiten Wettbewerbs „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ ausgezeichnet. Gekürt wurden innovative und „um die Ecke"-denkende Einzelhändler und Gemeinschaftsinitiativen aus Kommunen mit bis zu 50.000 Einwohnern. Den dritten Platz der Kategorie „Gemeinschaftsinitiative“ belegte die Initiative „Tierisch gut!“ aus Bad Bevensen. Mit einem Eichhörnchen als Marketing-Botschafter schaffte es die Initiative in den letzten Jahren ein individuelles Image durch Storytelling zu entwickeln, das inzwischen weit über die Grenzen der 9.000 Einwohner großen Kurstadt bekannt ist. 

Der landesweite Wettbewerb wurde zum dritten Mal in Folge von Wirtschaftsministerium, IHK Niedersachsen (IHKN), Genossenschaftsverband Weser-Ems, Handelsverband Niedersachsen-Bremen und Nordenham Marketing und Touristik e.V. organisiert. 

Der Abend mit über 100 Gästen aus Handel und Politik stand in diesem Jahr ganz unter dem Motto der Digitalisierung im stationären Einzelhandel. Im Achimer Kulturzentrum „KASCH“ betonte Stefan Muhle vor allem die Wichtigkeit einer Verschmelzung von On- und Offline: „Die Einkäufe im Onlinehandel wachsen stetig. Deshalb ist es wichtig, dass die Händlerinnen und Händler zusätzlich zur stationären Präsenz auch im Web bestmöglich zu finden sind und sich professionell aufstellen.“ Und genau darum ging es auch in der Podiumsdiskussion, die unter dem Motto „Online wie Offline – Kreativität im Handel ist gefragt“ unter der Moderation von Antje Diller-Wolff den Abend eröffnete. 

Alle Podiumsteilnehmer hoben hervor, dass der Wettbewerb seit nunmehr drei Jahren eine außerordentlich gelungene Plattform wäre, um aufzuzeigen, dass der stationäre Einzelhandel auf der einen Seite in seinen Grundkompetenzen unerschütterlich sei, auf der anderen Seite aber die Digitalisierung als Chance begreife, sich und seine Geschäfts- und Vertriebsmodelle neu zu entwickeln. „Es macht Mut, dass sich viele der eingereichten Wettbewerbsbeiträge um die Verbindung von Online und Offline drehen. Das weist genau in die richtige Richtung. Der stationäre Handel braucht Online-Präsenz, nur so bleibt er auf Dauer wettbewerbsfähig, sichert seine lokalen Standorte und kann die Innenstädte und Ortszentren beleben“, sagt Martin Bockler, Handelssprecher der IHK Niedersachsen. 

Dass Niedersachsens Einzelhändler und Händlerinitiativen ihre Geschäfte und Standorte trotz spür- und sichtbarem Strukturwandel mit innovativen Ideen, Kreativität und Mut nach vorne bringen, zeigten sämtliche Bewerbungen, lobte auch der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack: „Ich freue mich, dass es mit unserem Wettbewerb gelingt, wichtige Impulse, die Einzelunternehmen sowie Gemeinschaftsinitiativen für ihre Standorte setzen, gebührend zu würdigen. Denn diese Akteure sind es, die als Frequenzbringer Lebensqualität und Vielfalt in unseren Städten und Gemeinden entscheidend mitprägen und weiterentwickeln.“ 

Der „Wandel im Handel“ ließe sich nur durch gemeinsames Handeln und Vernetzen aller Akteure begleiten, lautete ein weiterer Tenor des Abends. Denn die Attraktivität einer Fußgängerzone, eines Ortskerns oder einer Innenstadt sei keine Solo-Nummer, weiß Expertin Ilona Tetzlaff, Geschäftsführerin des Nordenham Marketing und Touristik e.V.: "Der Wettbewerb zeigt deutlich, auf wie viele unterschiedlichen Weisen sich Netzwerke entwickeln und funktionieren können. Ob Ein-Personen-Unternehmen, eine Handvoll Einzelhändlerinnen und Einzelhändler oder professionelle Stadtmarketingorganisationen – sie alle sind mit ihren Ideen und ihrem Herzblut Macherinnen und Macher für unsere Lebens- und Aufenthaltsqualität im ländlichen Raum." 

Diesen Gedanken teilte der Genossenschaftsverband Weser-Ems als Projektpartner von der ersten Stunde an uneingeschränkt: "Für die Mitgliedsunternehmen unseres Verbandes bieten sich vor den aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen viele Chancen zur aktiven Mitgestaltung vor Ort", unterstrich Abteilungsleiter Harald Lesch im Rahmen der Preisverleihung. Gemeinschaftsinitiativen im Handelsbereich in Form einer Genossenschaft seien deshalb auch besonders wichtige Maßnahmen für die Handelsentwicklung in den Städten und Gemeinden. „Genossenschaftliche Initiativen bündeln und vertreten die Interessen der Händler und können die Attraktivität von Zentren durch die aktive Einbindung vor Ort in einem kooperativen Rahmen unterstützen“, so Lesch.