„Celle guter Ort, Karriere zu starten“ - SAT.1 dreht mit Max Zähle und Kalli Struck

Kultur + Gesellschaft Von Peter Fehlhaber | am Do., 13.02.2020 - 21:43

CELLE/HANNOVER. Eigentlich wollte das Team von SAT.1 mit dem Celler Regisseur Max Zähle ein Portrait drehen. Doch als Kalli Struck am vereinbarten Drehtort im „Bernds Bar“ auf ihn wartete, entwickelte sich eine „Kurz-Doku“. „Halt einfach drauf“, bat Reporter Christopher Jawurek seinen Kameramann Vladimir Bukhman - anstelle Drehbuch echte Wiedersehens-Freude live vor der Kamera.

Beide sind seit dem Kinoerfolg „Schrotten!“ zusammengeschweißt und wie sie während des Drehs mehrfach betonen, gemeinsam mit den anderen SchauspielerInnen zu einer echten Familie geworden, die sich heute noch schreibt und besucht.

„Ohne Kalli wäre das alles nichts geworden“, versichert Zähle. U.a. habe er einen ganzen Schrottplatz auf einer vorher völlig leeren Wiese bei Lüneburg aufgebaut (CELLEHEUTE und CHTV berichteten mehrfach).

Und es gab ein Wiedersehen mit Bernd Sinnemann. Seine Bar „Zum goldenen Löwen“ ist zwar erst wenige Wochen alt, aber er kennt Max noch aus Jugendzeiten, als der Barkeeper in Celles Kultkneipe „Rio’s“ arbeitete. Für Zähle auch das ein „nach Hause kommen“.

Zähle ist in den letzten Arbeiten an seinem ersten Münster-Tatort. Derzeit wird die Musik mit einem echten Orchester aufgenommen. „Man merkt den Unterschied, ob 20 echte Geigen spielen oder die Musik aus dem Computer kommt“, ist Zähle überzeugt. Der 42-Jährige achtet auf alle Details und ist schon früh sehr gefragt im Filmgeschäft.

2011 erhielt der ehemalige Ernestiner den Studenten-Oscar in Bronze für den Film „Raju“. 2012 wurde der Film für den Oscar in der Kategorie Bester nicht-animierter Kurzfilm nominiert. Der Kinofilm „Schrotten!“ gewann beim Max-Ophüls-Filmfestival den Publikumspreis und der Fernsehfilm „Bist du glücklich?“ wurde bei den Biberacher Filmfestspielen 2018 als bester Fernsehfilm gekürt und für den Grimme-Preis nominiert.

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In Celle ging es nach der ersten Station zum ehemaligen Drehort am Kleinen Plan, um sich danach mit der Crew und „echter Familie“ im „Ricetime“ zu stärken. Die Eltern Siegrid und Hans Henning Zähle stießen dazu, als Max sie spontan anrief. Allerdings hatten sie bereits vorher vom Besuch ihres Sohnes erfahren: sein Bruder Sebastian las den entsprechenden Live-Post in unserer App / Facebook.

Abschließend folgte der vorher nicht eingeplante Dreh auf dem Recyclinghof von Struck in Hambühren. Regen, na und? „Die Kulisse ist einzigartig“, schwärmt SAT.1-Reporter Jawurek. Auch von der Atmoshäre am Dreh-Set. "Celle scheint ein guter Ort zu sein, Karriere zu starten", verrät er im LHTV-Interview. Und seine Kollegin Nicole ist überzeugt: "Dieser Dreh ist einer meiner Highlights".

Bei so viel Verbundenheit und Drehmöglichkeiten kitzelte er dem Celler eine Art Zugeständnis heraus, mal wieder in der Heimat zu drehen. „Celle ist wunderschön, hier werden die Geschichten nicht ausgehen und mir auch nicht. Insofern denke ich darüber nach..., gucken wir mal“, so der Heimatbesucher. Und mindestens für die nächste Tatort-Leiche steht Kalli Struck schon bereit und lacht: „Das hat mir so großen Spaß gemacht, ich bin für alles zu haben.“

Der Beitrag soll morgen, Freitag, in der Sendung „17:30 SAT.1 REGIONAL“ ausgestrahlt werden.