Rekordteilnahme bei "Stunde der Gartenvögel"

Umwelt Von Extern | am Do., 04.06.2020 - 16:10

HEIDE / WENDLAND. Bei der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, die vom 8. bis 10. Mai stattfand, wurde der bisherige Teilnehmerrekord der Aktion aus dem Vorjahr in der Region Heide-Wendland fast verdoppelt. „Über 1600 Menschen haben Zählergebnisse von fast 1.100 Gärten, Parks oder von Balkons und Fenstern übermittelt. 2019 hatten gut 870 Leute mitgemacht“, freut sich Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland.

„Sicherlich hat der Corona-Shutdown zu einem verstärkten Interesse für die Natur vor der Haustür und damit zu den hohen Mitmach-Zahlen geführt. Wir wünschen uns, dass die vielen Erst-Teilnehmer auch in Zukunft wieder mitzählen und wir noch mehr Menschen für den Schutz der Natur in unserem unmittelbaren Lebensumfeld begeistern können.“ Auch deutschlandweit haben sich dieses Jahr so viele Menschen wie noch nie an der Aktion beteiligt. Insgesamt gingen aus 108.000 Gärten, Parks oder Balkonen Meldungen von über 161.000 Menschen ein – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Besonders im Fokus stand die Blaumeise. Im März und April wurden auffällig viele an Krankheit verstorbene Vögel dieser Art gemeldet. Über ein Online-Formular sammelt der NABU diese Hinweise. Bis heute gingen darüber bundesweit über 21.000 Meldungen mit knapp 40.000 betroffenen Vögeln ein. Das vogelspezifische Bakterium Suttonella ornithocola konnte als Auslöser dieser Epidemie identifiziert werden.

„Bundesweit betrachtet sind 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet worden“, berichtet Andrea Pohlen. In Niedersachsen fällt der Rückgang mit minus 14 Prozent zwar geringer aus (2,06 Vögel pro Garten), aber auch hier ist dies mit Abstand der niedrigste Wert seit Beginn der Zählungen. In der Region Heide-Wendland gab es auch Meldungen von erkrankten und verendeten Vögeln. Im Vergleich zu den Vorjahren war hier auch vielerorts ein Bestandsrückgang zu beobachten, hierdurch wurden zumeist jedoch keine neuen Tiefstände erreicht. 

Im Durchschnitt wurden in der Region in diesem Jahr innerhalb einer Stunde knapp 33 Vogelindividuen beobachtet. Die Top drei der häufigsten Vögel im Garten bleibt unverändert: Auf Platz eins liegt der Haussperling (6,38 Vögel/Garten), gefolgt von Amsel (3,06) und Feldsperling (2,5). Knapp dahinter liegen auf Platz vier und fünf Kohlmeise (2,26 Vögel/Garten) und Star (2,24 Vögel/Garten). Die Blaumeise schafft es mit 2,14 Beobachtungen pro Garten unverändert auf den sechsten Platz. Abgesehen vom Haussperling ist für alle sechs Arten dennoch ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Landesweit setzt sich die Top fünf aus Haussperling, Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star zusammen.

Große Verlierer dieses Jahres sind – sowohl bundes- und landesweit, als auch in der Region – der Star und, wie schon in den Vorjahren, der Grünfink. Bei den größten Sorgenkindern unter den Siedlungsvögeln, Mehlschwalbe und Mauersegler wiederholten sich die katastrophalen Ergebnisse des Vorjahres zum Glück nicht, aber sie sind weiter weit entfernt von früheren Bestandszahlen.

Detaillierte Ergebnisse sind auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Die nächste Vogelzählung, die „Stunde der Wintervögel“ steht vom 8. bis 10. Januar 2021 an.