Listerien-Rückruf: Auch Ikea-Restaurants verkauften Wurstwaren von Wilke

Auch Ikea ist vom Rückruf der Wilke-Wurstwaren betroffen. In Restaurants des Möbelkonzerns sei Wurst-Aufschnitt von Wilke angeboten worden, teilte eine Ikea-Sprecherin auf Anfrage der Verbraucherorganisation foodwatch mit. „Über unseren Vertragspartner, den Großhändler Service-Bund, erhält IKEA Deutschland Wurst-Aufschnitt für unsere Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller“, so die Sprecherin in einer E-Mail heute Morgen. Der Verkauf sei am 2. Oktober „umgehend gestoppt“ worden, das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment bei Ikea stamme von anderen Lieferanten und sei daher nicht vom Rückruf erfasst.

foodwatch forderte Ikea auf, seine Kundinnen und Kunden aktiv über den Rückruf zu informieren. Diese könnten bislang schließlich nicht nachvollziehen, dass bei Ikea verzehrte Wurstprodukte aus der Wilke-Produktion stammten und von einem Rückruf betroffen sind. Zudem appellierte die Verbraucherorganisation an andere Unternehmen offenzulegen, wenn sie zurückgerufene Wilke-Wurst verkauft haben. 

foodwatch kritisierte die Informationspolitik der Behörden, die bisher nur Wilke als Hersteller der zurückgerufenen Produkte sowie das Identitätskennzeichen veröffentlicht haben, obwohl ihnen eine Liste der Abnehmer von Wilke vorliegt. Wie der Fall Ikea zeige, seien die Wurstwaren aber nicht nur unter dem Namen Wilke verkauft, sondern auch ohne Herstellerkennung in Restaurants, Wursttheken oder unteren anderen Handelsmarken angeboten worden. foodwatch hat daher bei den hessischen Behörden einen Eil-Antrag mit einer Frist von 48 Stunden gestellt, alle bisher bekannten vom Wilke-Rückruf betroffenen Verkaufsstellen und Produkte zu veröffentlichen. Den Antrag übermittelte foodwatch am Sonntag um 11.36 Uhr an den Landkreis Waldeck-Frankenberg, das Regierungspräsidium Darmstadt und das hessische Umweltministerium. 

„Das Beispiel Ikea zeigt, dass wir die ganze Dimension des Wilke-Rückrufs noch gar nicht kennen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben bisher keine zuverlässige Möglichkeit herauszufinden, welche Produkte von Wilke stammen“, kritisierte foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. „Jede Stunde, die die Behörden weiter mauern und ihr Wissen über Verkaufsstellen und betroffene Produkte unter Verschluss halten, ist eine zu viel. Sie haben jetzt eine Frist bis Dienstagmittag – wenn dann diese gesundheitsrelevanten Informationen weiter geheim bleiben, werden wir alles versuchen, um die Behörden per Gericht zu Transparenz zu zwingen. Die Vertuschung und Desinformation, die sich die hessischen Behörden seit Tagen leisten, ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Nach Angaben des Landkreises Waldeck-Frankenberg hat die Firma Wilke dem Regierungspräsidium Darmstadt eine Liste der belieferten Betriebe zur Verfügung gestellt. Diese wurde bis Montagfrüh jedoch nicht öffentlich gemacht.