Kita soll klimaneutral mit Energie versorgt werden - Aus Winterluft wird Wärme

Wirtschaft Von Redaktion | am Di., 26.02.2019 - 15:13

UELZEN. Die neue Kita in der Gartenstraße in Uelzen wird seit der Eröffnung im November vergangenen Jahres mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt und klimaneutral mit Energie versorgt. Dieses Heizsystem setzt die Hansestadt erstmalig ein und sammelt nun Erfahrungen in dem Gebäude mit rund 780 Quadratmetern Nutzfläche. „Wir sind sehr zufrieden, denn das System ist verlässlich. Die Feinabstimmungen zur richtigen Temperatur gelingen gut“, sagt DRK-Kitaleiterin Mareike Rosenthal. Die eingebaute Fußbodenheizung sei ideal für die Kita.

Das neue Kita-Gebäude biete aufgrund der guten Wärmedämmung ideale Bedingungen für die Nutzung dieser Technik. „Die Wärmepumpe wirkt wie ein umgekehrter Kühlschrank und erhöht mittels Kältemittel und Kompressor die Umgebungswärme“, erklärt Manfred Schrodt, Technischer Leiter des Gebäudemanagements Uelzen. Die abgegebene Wärme wird in einen Heizwasserspeicher übertragen, aus dem dann die Fußbodenheizung mit Wärme versorgt wird. Das Temperaturniveau im Heizwasser liegt bei maximal 35 Grad Celsius. Im Vergleich benötige eine ältere Heizung in einem schlecht gedämmten Gebäude bis zu 90 Grad im Heizwasser. Die Wärmepumpe kann bei der derzeitigen Witterung fünf Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom erzeugen. Damit seien die Kosten mit einer Gas-Brennwertheizung vergleichbar. Die Daten werden regelmäßig überprüft. Die Warmwasserversorgung stelle ein Durchlauferhitzer hygienisch und bedarfsgerecht sicher.

Da die Hansestadt zu 100 Prozent Ökostrom aus ihren Energieverträgen bezieht, sei die Kita somit klimaneutral mit Energie versorgt. „Mit diesem Projekt trägt die Hansestadt Uelzen wiederum mit einem kleinen Schritt zum Klimaschutz und zur Energiewende bei“, freut sich Karina Timmann, Klimaschutzmanagerin der Hansestadt.

Einen möglichen Nachteil nimmt die Stadt bewusst in Kauf: Bei kräftigen Wintern mit starkem, langanhaltendem Frost müsse der außen aufgestellte Wärmekollektor mit höherem Energieaufwand abgetaut werden. In diesem Fall würde sich das Verhältnis zwischen Stromeinsatz und Wärmeerzeugung im Jahresdurchschnitt verschlechtern.