Jusos fordern: "Auch eine Kurstadt muss etwas für die Jugend tun!"

Politik Von Extern | am Di., 23.06.2020 - 16:39

BAD BEVENSEN. "Als Jusos wünschen wir uns eine Stadt, die mehr als ein Kurort ist. Wir wünschen uns eine Stadt, die für alle Generationen ansprechend ist. Dafür muss man mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und sie in Entscheidungen miteinbeziehen", fordern die Jusos Bad Bevensen. Den aktuellen Anlass und den Hintergrund ihrer Forderungen stellen sie wie folgt dar:

Vor einigen Tagen erschien in der Allgemeinen Zeitung (AZ) ein Artikel zur „Drogenszene Bad Bevensen“. Wir möchten die Jugendlichen aus Bad Bevensen und die Schüler*innen der KGS Bad Bevensen entlasten und sie vor einer Verallgemeinerung schützen! Der Artikel in der AZ liest sich, als wäre Bad Bevensen nicht nur ein Kurort, sondern auch ein Hotspot für Drogenhandel und Konsum. Uns ist durchaus bewusst, dass es Schüler und Schülerinnen an der KGS gibt, die Drogen konsumieren. Wir stellten uns jedoch die Frage, ob die KGS Bad Bevensen und allgemein Bad Bevensen wirklich so hervorsticht, wie es in der AZ wirkte und vom DROBS dargestellt wurde. 

Die Ergebnisse einer Umfrage, die wir gestartet haben, sprechen eine eindeutige Sprache: Von etwa 50 befragten Schüler*innen im Landkreis Uelzen gaben 79 % Prozent an, dass es jeweils nur kleine Gruppen an Schüler*innen auf ihren Schulen gibt, die etwas mit Drogen zu tun haben. Von einer Verallgemeinerung kann also definitiv nur abgeraten werden! Auffällig dabei war auch, dass viele schrieben, sie hätten von den Problemen nur gehört. Zudem gaben über drei Viertel aller Teilnehmenden an, dass sie glauben, alle Schulen im Landkreis hätten kleine Gruppen, welche etwas mit Drogen zu tun haben. Wir kritisieren daher deutlich, dass die Jugend von Bad Bevensen und die Schüler*innen der KGS Bad Bevensen pauschal in ein schlechtes Licht gerückt wurden. 

Als Jugendorganisation stellen wir uns die Frage, wie sehr man die Jugendlichen noch aus dem Stadtbild von Bad Bevensen verdrängen möchte. "In den letzten Jahren wurde viel in der Stadt gemacht und es hat sich vieles verändert, jedoch nichts für die Jugendlichen, die auch zur Stadt gehören", stellt Alexandra Mödebeck (stellvertretende Vorsitzende der Jusos und Schülerin der KGS) fest. „Bereits jetzt wird Bad Bevensen unter Jugendlichen spöttisch als „Rentnerstadt“ bezeichnet“ so Mödebeck. 

Hannes Henze, Vorsitzender der Jusos im Landkreis Uelzen, fasst die Ergebnisse der jüngsten Veranstaltung zur Situation von Jugendlichen in Bad Bevensen mit der SPD-Stadtratsfraktion und interessierten Jugendlichen wie folgt zusammen: „Die Meinung der Teilnehmenden bei der Veranstaltung war eindeutig, es braucht Beteiligungsprozesse. Eine Idee wäre beispielsweise, eine Umfrage bei den Jugendlichen durchzuführen. Dies könnte in Zusammenarbeit mit der KGS und dem Jugendparlament geschehen oder es könnten Online-Umfragen über Social Media verbreitet werden. Der meist kritisierte Punkt war, dass es an Treffpunkten und Orten für Jugendliche in der Stadt fehlt. Für uns Jusos und die SPD in Bad Bevensen gehören Jugendliche zu einem attraktiven Stadtbild dazu, deshalb müssen sie in Zukunft bei der Gestaltung mehr berücksichtigt werden.“ Johannes Flügge (stellvertretender Vorsitzender der Jusos und ehemaliges Mitglied im Jugendparlament) spricht sich dafür aus, dass vom Jugendparlament geplante Projekte schneller durchgezogen werden müssen und nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden dürfen. „Jugendliche müssen sehen, dass ihre Projekte ernst genommen und schnell umgesetzt werden.“ 

„Zur Schaffung von Freiräumen für Jugendliche gehört die Finanzierung von Orten, Zeiten, Ideen und Angeboten. Es braucht Beteiligungsverfahren, es braucht Vertrauensvorschuss und es braucht Mut. Es ist doch irrsinnig, dass gerade Menschen, die in ihrer Jugend selbst die größten Freiheiten genossen und sich auch dadurch zu starken Persönlichkeiten entwickelt haben, nun glauben, alle Aufenthaltsorte von jungen Menschen reglementieren zu müssen. Ich glaube, dass unter Einbindung aller interessierten jungen und junggebliebenen Menschen großartige neue Plätze und Initiativen in Bad Bevensen entstehen können“, fasst Lale Jaernecke, Mitglied der SPD-Fraktion im Stadtrat von Bad Bevensen, das Thema zusammen.