Geständnis nach Tötung des 15-jährigen Arkan

Blaulicht + Verkehr Von Extern | am Do., 23.04.2020 - 17:22

CELLE. In dem Fall des am 07.04.2020 in Celle getöteten 15-jährigen Arkan Hussein Khalaf hat der Beschuldigte in seiner polizeilichen Vernehmung heute die Tat gestanden. Das berichtete die Staatsanwaltschaft Celle. Sie führt folgendes aus, unzensiert und unkommentiert:

Seit dem Verlust des Arbeitsplatzes Ende vergangenen Jahres habe er vermehrt Drogen, Cannabis und Amphetamine genommen. Darauf habe er sich zunehmend bedroht und verfolgt gefühlt. Dieses sei auch am Tattage so gewesen. Er habe deswegen ein Messer bei sich geführt.

Als er sich an der Treppe in der Bahnhofstraße aufgehalten habe, habe er einen „Schub“ bekommen und sich noch mehr bedroht gefühlt. In diesem Moment sei Arkan mit seinem Fahrrad herangefahren. Er habe sich auf den Jungen zubewegt und zugestochen. Sein Opfer habe er nicht gekannt. Es sei lediglich in seiner Nähe gewesen. Kurz darauf seien Passanten auf ihn zugekommen, von denen er sich auch verfolgt gefühlt habe. Einer habe ihn bis zum Eintreffen der Polizei mit einem Baustellenschild bedrängt.

Ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv bestritt der Beschuldigte. Er habe keine „rechten Gedanken“. Er sei ein Internetroll, bewege sich im Internet und „like“ Internetseiten bzw. -auftritte oder Äußerungen, um zu provozieren. Er sei an den anschließenden Reaktionen interessiert gewesen. Er habe dazu verschiedene Internetseiten aufgesucht, wie z.B. die Seite „Verschwörungstheorie“.

Die polizeilichen Untersuchungen des persönlichen Umfelds des Beschuldigten sowie die Auswertung seiner Social Media Accounts seien noch nicht abgeschlossen. Das in Auftrag gegebene toxikologische Gutachten zur Frage einer Betäubungsmittelbeeinflussung des Beschuldigten zur Tatzeit liegt noch nicht vor. Auch das fachpsychiatrische Gutachten steht noch aus. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.