Arbeitsmarkt im Februar: Arbeitslosigkeit geht im Wintermonat zurück

Wirtschaft Von Redaktion | am Fr., 01.03.2019 - 16:00

Im Februar waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen 15.081 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenzahl nahm gegenüber Januar um 275 Personen (1,8 Prozent) ab. Im Vergleich zu Februar 2018 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 679 Personen (4,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte mit 5,0 Prozent auf dem Januarniveau. Vor einem Jahr wurde eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent verzeichnet.

„Dass die Arbeitslosigkeit im Februar sinkt, ist nicht üblich, aber erfreulich“, so Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Ursächlich dafür seien mehrere Gründe gewesen. So waren die Temperaturen ungewöhnlich mild und Arbeiten in den Außenberufen konnten zum Teil schon wieder beginnen. Zudem bewegte sich die Arbeitskräftenachfrage weiterhin auf einem hohen Niveau. „Seit mehr als einem Jahr sind jeden Monat mehr als 5.000 freie Stellen gemeldet“, hebt die Agenturchefin hervor.

Besonders Fachkräfte profitierten von dieser Entwicklung, denn ein Berufsabschluss sei eine solide Basis für das Berufsleben. „Vor dem Hintergrund sich wandelnder Anforderungen im Arbeitsleben fördern Arbeitsagenturen und Jobcenter nicht nur Umschulungen, sondern auch Weiterbildungen für Arbeitsuchende und Beschäftigte“, hebt Kuechler-Kakoschke hervor. Die Chancen und insbesondere das Risiko, häufiger oder länger von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, hängen grundlegend mit der Qualifikation zusammen Dies spiegele sich auch im vergangenen Jahr in den qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten wider. Während bei der Personengruppe mit einer Berufsausbildung die Arbeitslosenquote lediglich bei 2,9 Prozent lag, fiel sie bei Personen ohne eine Ausbildung mit 18,8 Prozent wesentlich höher aus.

„Auch Jugendliche, die in diesem Jahr die Schule verlassen, dürfen ihren Berufsstart im Sommer nicht aus den Augen verlieren. Wer noch nicht bei der Berufsberatung war, sollte dies schnell nachholen“, so der Rat der Arbeitsmarktexpertin. Seit Oktober meldeten die Unternehmen im Agenturbezirk 2.358 Ausbildungsstellen und damit 2,8 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig nahmen 2.431 Jugendliche die Unterstützung der Berufsberatung an - 6,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Einen Termin zur Berufsberatung gibt es unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/eservices.

Arbeitslose Geflüchtete
Für den Januar belief sich die Zahl der arbeitslosen Geflüchteten, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen um Arbeit oder Ausbildung bemühen, auf 1.161 Arbeitslose (Vormonat: 1.176) im Kontext von Fluchtmigration.

Landkreis Harburg: 400 (Vormonat: 396)
Landkreis Lüchow-Dannenberg: 48 (Vormonat: 42)
Landkreis Lüneburg: 616 (Vormonat: 646)
Landkreis Uelzen: 97 (Vormonat: 92)

Entwicklung nach Rechtskreisen
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich in beiden Rechtskreisen - Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) - Arbeitslosenversicherung - sowie Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) unterschiedlich. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosenzahl im Februar bei 6.501 Personen und nahm gegenüber Januar um 16 Personen (0,2 Prozent) ab. Verglichen mit dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um eine Person. Im Rechtskreis SGB II wurden 8.580 Arbeitslose registriert und damit 259 Personen (2,9 Prozent) weniger als im Januar. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 680 Arbeitslose (7,3 Prozent).

Stellenmarkt
Im Februar waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen und Jobcenter 5.280 Stellenangebote gemeldet. Damit nahm der Stellenbestand gegenüber Januar um 206 Stellen (4,1 Prozent) zu und verglichen mit dem Vorjahresmonat um sechs Stellen (0,1 Prozent) ab. Im Monatsverlauf meldeten Unternehmen insgesamt 1.264 neue Stellenangebote. Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (314 Stellen, darunter: Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften mit 268 Stellen), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz (188 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (157 Stellen), Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (128 Stellen) sowie Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung (109 Stellen).

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Februar bei 19.935 und nahm gegenüber Januar um 19 Personen (0,1 Prozent) zu. Verglichen mit Februar 2018 verringerte sie sich um 750 Personen (3,6 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,5 Prozent und damit auf dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,8 Prozent.